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Wenn ich als
Lehrerin vorgestellt werde, fragt man mich meist, wo ich
unterrichte.
Meine Antwort "in der Grundschule“ wird oft mit einem derart
gelangweilten "ach soo..." abgetan,
dass ich den Leuten am liebsten zurufen möchte:
Aber wo sonst würde ein schmucker kleiner Mann seine Arme um mich legen
und sagen: "Ich hab Sie lieb!"
Wo sonst könnte ich Haarbänder knoten, Gürtel schließen, täglich eine
Modenschau ansehen und selbst dann noch Komplimente einheimsen, wenn ich
Tag für Tag dasselbe Kleid trage?
Wo sonst dürfte ich wackelnde Milchzähnchen befühlen und erhielte sogar
die Erlaubnis, sie zu ziehen, sobald sie locker genug sind?
Wo sonst könnte ich bei den ersten Schwungübungen eine kleine Hand
führen, die eines Tages vielleicht ein Buch oder ein wichtiges Dokument
schreiben wird.
Wo sonst sind meine eigenen Wehwehchen vergessen, weil es so viele
verletzte Finger, aufgeschlagene Knie und gebrochene Herzen zu versorgen
gilt?
Wo sonst würde ich geistig so jung bleiben wie in meiner Klasse, deren
Aufmerksamkeit so rasch erlahmt, dass ich sie mit allen möglichen Tricks
immer wieder aufs Neue fesseln muss?
Wo sonst würde ich mich meinem Schöpfer so nahe fühlen wie dort, wo durch
mein Bemühen kleine Kinder lesen lernen?
Wo sonst würden Abschiedstränen fließen, wenn ein Jahr glücklicher
Gemeinsamkeit endet?
***Clara E. Davison, Kanada***
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